So funktioniert SEO wirklich NICHT!

Das Google Ranking ist ein heikles Thema für Webseitenbetreiber und zuständige SEOs (Suchmaschinenoptimierer). Dem einen oder anderen ist der erste Platz im Ranking so wichtig, dass mit allen Mitteln versucht wird diesen zu erreichen. Gerade in der Anfangszeit von SEO und Google gab es etliche Möglichkeiten den Algorithmus auszutricksen (sogenanntes BlackHat SEO) um das Ranking zu verbessern. Doch Google hat gelernt und bestraft solches Vorgehen. Hoffentlich machst du auf deiner Webseite keinen der folgenden Fehler.

Besucher und Google hinter das Licht führen

Fangen wir gleich einmal mit dem moralisch schlimmsten Vorgehen an: Google oder den Besuchern werden betrügerische Inhalte angezeigt.

Oft werden (oder wurden) Seiten gebaut, die nur als Brücke fungieren und der Besucher nach einigen Sekunden weitergeleitet wird zu einer Seite, auf der dann beispielsweise fragwürdige Produkte angeboten werden. Solche Brückenseiten existieren also nur, um Google etwas vorzugaukeln. Mit den Inhalten der Brückenseite wird versucht zu einem Keyword gut zu ranken um mehr Besucher anzulocken, die dann aber wiederum auf eine vollkommen irrelevante Seite weitergeleitet werden.

Falls du dich nach dem Sinn fragst, überleg dir einfach mal auf welche Seiten du niemals gehen würdest. Auf solche Seiten wirst du dann mittels Brückenseiten gelockt und kannst dich nicht mal dagegen wehren außer den Browser zu schließen sobald die Weiterleitung greift. Doch die menschliche Neugier lässt dich warten bis die neue Seite geladen wurde.

Webseiten mit Schadcode

Doch dann kann es schon zu spät sein. Denn nich nur fragliche Produkte oder übermäßige Werbung kann dich hinter den Brückenseiten erwarten. Es können natürlich auch schnell mal schädliche Funktionen eingebaut werden. Phishing Funktionen um an deine Daten zu kommen und diese zu missbrauchen, Viren, Trojaner oder andere Software, die dir oder deinem PC schaden kann.

Mann mit Gasmaske wegen eines Virus

Gegen einen Virus auf deinem Computer hilft auch keine Gasmaske mehr.

Eine solche Webseite würde Google gar nicht erst indexieren und deshalb ist es notwendig eine Brückenseite zu verwenden. Doch ich kann dich beruhigen: selbst „gute“ Brückenseiten kann Google heute gut identifizieren und straft diese im Ranking ab oder entfernt sie komplett aus dem Index.

Cloaking und verborgene Inhalte

Statt eine Brückenseite zu verwenden wurden oftmals auch Inhalte versteckt oder Besuchern und Google unterschiedliche Inhalte angezeigt. Beim sogenannten Cloaking wird der Suchmaschine ein Inhalt gezeigt, damit die Seite besser rankt und der Besucher bekommt dann eine ganz andere Variante angezeigt.

Denkbar war dies z.B. mittels versteckten Texten, die zwar im Quellcode enthalten und somit für Google lesbar, aber für den Besucher unsichtbar waren. Das beste Beispiel ist hier wohl weißer Text auf einem weißen Hintergrund. Gerne wurde dabei auf das Keyword Stuffing zurückgegriffen, auf das ich gleich eingehen werde. Dir sei jetzt aber schon gesagt: Google erkennt mittlerweile sehr gut die Farben der Elemente einer Webseite. Versuch also gar nicht erst die Suchmaschine mit solch einem Trick hinter das Licht zu führen.

Keyword Stuffing

„Man kann doch einfach die Seite mit dem Suchbegriff vollstopfen (also Keyword Stuffing). Dann erkennt Google doch, dass diese Seite besonders wichtig für dieses Thema ist.“ Nein, kann man nicht. Und erst recht kann man sowas nicht verstecken (weiß auf weiß) um den Benutzer nicht mit den aufgelisteten Begriffen zu nerven.

Beispiel für das Keyword Stuffing auf einer Webseite

So kann man die Webseite auch mit Keywords ausstatten. Aber besser nicht!

Nur weil der Begriff besonders oft auf der Seite, dem Titel, der Beschreibung oder gar der URL auftaucht, heißt es noch lange nicht, dass der Inhalt auch einen Mehrwert für den Besucher bietet. Durch das Keyword Stuffing wirkt die komplette Seite unnatürlich. Zum Glück erkennen gute Suchmaschinen diese Tricks heute sehr zuverlässig.

Dennoch: passt das Keyword in den Textabschnitt solltest du es auch einfügen. Kommt es häufiger vor ist das auch noch vertretbar solange die Leserlichkeit nicht leidet. Synonyme können dabei auch immer hilfreich sein bei der Erstellung deiner Texte sein.

Irrelevante und dünne Inhalte

Bleiben wir bei den Inhalten. Nehmen wir an du betreibst eine Webseite zum Thema Eistee (denn den trinke ich gerade), hast einige gute Inhalte verfasst und wirst mit einem guten Ranking von Google belohnt. Sehr schön. Doch jetzt erstellst du plötzlich einen Unterseite zu Fernsehern. Grund hierfür könnte der Linktausch (später mehr) mit einer inhaltlich irrelevanten Seite sein.

Was denkst du, wird diese Unterseite zum TV Gerät auch ein gutes Ranking erhalten? Genau. Das wird nicht eintreten, weil das einfach nicht zum Eistee auf der restlichen Webseite passt.

Eine kleine Entwarnung kann ich allerdings geben. Du kannst auf deiner Webseite auch über neue Themen berichten, die ein gutes Ranking erzielen. Dazu musst du nur guten Content, also Inhalt, liefern und das nicht nur auf einer einzigen Unterseite. Am besten funktioniert dies trotzdem mit verwandten Themen. So passen zum Eistee andere Erfrischungsgetränke oder Speisen wesentlich besser als Unterhaltungselektronik.

Auch solltest du viel zu dünne Inhalte (Thin Content) vermeiden. Die Besucher deiner Webseite suchen Antworten auf ihre Fragen oder wichtige Informationen und diese solltest du auch liefern. Kannst du keinen Mehrwert bieten, wird dir Google auch keinen „Platz an der Sonne“ also auf der ersten Seite der Suchergebnisse bieten.

Duplicate Content und das Urheberrecht

„Warum Zeit damit vergeuden eigene Inhalte zu schreiben, wenn es doch schon genug um Netz gibt, was ich kopieren kann?“ – Weil du dir damit Probleme einhandelst und das nicht nur bei den Suchmaschinenrankings. Denn jeder publizierte Text im Netz unterliegt dem Urheberrecht, solange er eine gewisse Schöpfungshöhe aufweist. Also kann das Kopieren auch rechtliche Folgen für dich haben.

Mit Schöpfungshöhe ist übrigens gemeint, dass der Autor schöpferische Leistungen erbracht hat wie z.B. seine eigenen Ideen und Gedanken als Grundlage nutzt oder einen individuellen Schreibstil verwendet. Ausführlicheres zum Recht findest du auf „Gesetze im Internet“.

Aber wie gesagt, hat das Kopieren von Inhalten (Content Klau) auch Folgen für dein Ranking. Google und Co erkennen doppelte Texte im Netz und auch wann welcher veröffentlicht wurde. Kopierst du also einen Text von einer Webseite und veröffentlichst diesen, geht Google davon aus, dass du ihn geklaut hast und bestraft dich.

Um dich vor Strafen zu schützen, solltest du nur einzelne Passagen übernehmen und zitieren und auch die Quelle der Inhalte angeben. Übernimmst du sehr viel wortwörtlich oder gar den ganzen Text, kannst du auch den sogenannten „Canonical Tag“ einsetzen der auf die ursprüngliche Seite verweist. Die Suchmaschinen weiß dann, dass deine Seite nur eine Kopie ist (also Duplikate Content ist) und indexiert den doppelten Inhalt nicht.

Automatisch erstellte Inhalte von Robotern

Als letztes zu den Inhalten möchte ich noch auf automatisierte Inhalte eingehen. Es gibt Software, die Texte automatisch erstellt, ohne dass diese noch einmal von einer Person überarbeitet werden. So sucht ein Programm z.B. Informationen zu einem Thema im Internet zusammen und fügt Passage zusammen und versieht sie unter anderem noch mit Keywords.

Solche Texte erscheinen in der Regel sehr künstlich und sind schwer leserlich. Es entsteht auch Duplicate Content dabei. Folglich sind solche Inhalte nicht förderlich für das Ranking einer Seite sondern bewirken Strafen (sog. Google Penalties) für deine Seite. Nimm also Abstand von solchen Praktiken.

Linkkauf und -tausch für mehr Backlinks

Backlinks, also Verweise im Netz auf deine Webseite, sind nach wie vor ein großer Einflussfaktor für das Ranking. Das liegt sicherlich auch daran, dass du nicht so leicht an solche Links kommst. „Warum dann nicht auf eines dieser Angebote eingehen und 100 Links für 300€ kaufen?“. Weil Google (auf gut deutsch) nicht blöd ist.

Angebote wie diese zum Kauf von Backlinks sind vollkommen unseriös und bieten dir keinen Vorteil. Im Gegenteil: das wird deiner Webseite schaden. Seit 2012 enthält der Algorithmus von Google regelmäßig das Penguin Update, welches sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat unnatürliches Linkbuilding zu identifizieren und abzustrafen. Und gerade beim Linkkauf ist es relativ einfach unnütze Verweise zu erkennen, da diese meist von vollkommen irrelevanten Seiten kommen.

Pinguin stellt das Update von Google dar

Google geht mit dem Penguin Update gegen unnatürliches Linkbuilding vor.

Ähnlich ist es mit dem Tausch von Links. Vielleicht hast du schon einmal eine E-Mail bekommen mit dem Angebot des Linktausch. Du setzt einen Verweis auf deiner Seite zur Webseite der Gegenseite und andersherum. Leider funktioniert dies nicht ganz so gut wie gedacht. Vor allem nicht, wenn die Seiten thematisch überhaupt nicht zueinander passen (Eistee und TV Geräte!).

Auch der Tausch unter themenrelevanten Seiten ist nicht ganz unproblematisch. Ein paar solcher Links kann deine Webseite vertragen und können sogar förderlich sein, solange dadurch ein wirklicher Mehrwert für den Benutzer entsteht. Aber übertreib es hierbei nicht, sondern warte einfach bis man auf deine qualitativen Inhalte aufmerksam wird und von ganz allein auf diese verlinkt. Das ist das einzige Linkbuilding, was Google wirklich mag.

Mach das einzig richtige: biete gute Inhalte

Wie du bei diesem Artikel gemerkt hast, hat die Suchmaschinenoptimierung absolut gar nichts damit zu tun Google auszutricksen oder die Benutzer zu betrügen.

Schreib gute und einzigartige Texte (Unique Content), optimiere die Snippets in den SERPs (also die angezeigten Schnipsel deiner Seite in den Suchergebnissen mit Titel, Beschreibung und URL) und übe dich in Geduld. Gute Rankings kommen von ganz allein.

Weiteres zu den findest du bei den Richtlinien für Webmaster.

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